Vertretungsstunden in der iPad-Klasse

"Vertretungsstunden sind die Stunden, wo Lehrer vor Klassen stehen, die ihnen genau so unbekannt sind wie das Fach, das sie unterrichten sollen."

Volker Pispers

Ich nahm an einer Arbeitstagung teil. Während meiner Abwesenheit mussten zwei Lateinstunden fachfremd von einem Physik-Kollegen unterrichtet werden, der die Klasse nicht kannte. Ich teilte dem Kollegen mit, dass ich den Schülern Arbeitsaufträge zukommen lassen würde, so dass sie im Stoff weiterkommen könnten. 

Moodle-Kurzmitteilung an den vertretenden Kollegen

Moodle-Kurzmitteilung an den vertretenden Kollegen

Die Arbeitsanweisungen und Übungsmaterialien erhielt die Klasse hierbei über die App → iTunes U als Push-Notification.

Einen umfangreicheren Auftrag zum Gerundium stellte ich den Schülern zusätzlich über die App → Showbie bereit. Somit war schon vor Beginn des Unterrichts sicher gestellt, dass die Schüler den Arbeitsauftrag verstanden hatten. Nach der ersten Vertretungsstunde konnte ich in der App die Arbeitsergebnisse einsehen, mit einem Stiftwerkzeug Korrekturen vornehmen und Bearbeitungshinweise geben, die den Schülern helfen sollten, die Arbeit in der zweiten Vertretungsstunde erfolgreich abzuschließen. Die eingereichten Ergebnisse wurden nach dem Ende des zweiten Arbeitstages bei einem Großteil der Klasse mit dem verdienten "Bene!" goutiert.

Ein großer Vorteil des iPad-Unterrichts und digitaler Aufgabenformen besteht darin, auch bei räumlicher Distanz mit den Schülern kommunizieren und interagieren zu können. Nach meiner Rückkehr war es mir in den Folgestunden möglich, nahezu nahtlos mit dem Stoff fortzufahren, ohne lästige Nachholarbeit in der Plenumsphase leisten zu müssen. Stattdessen beschränkte ich mich darauf, die weniger fleißigen Teilnehmer (natürlich) freundlich zu ermahnen und bei einigen Kandidaten mit allzu hoher Fehlerquote im Einzelgespräch Verständnislücken so gut es ging zu bereinigen.