Informatik in der 6. Klasse mit Hilfe des iPad-Wagens

Im Verlauf des Schuljahres wurde eine 6. Klasse im epochalen Halbgruppenunterricht im Fach Informatik ausschließlich mit Hilfe von iPads unterrichtet. Hierbei handelte es sich jedoch nicht um eine iPad-Klasse; stattdessen wurde der schuleigene iPad-Wagen verwendet. Im folgenden soll kurz beschrieben werden, welche Teile der Unterrichtsarbeit gewinnbringend und welche eher hinderlich waren.

Grundsätzliches Arbeiten

Die iPads lassen sich nur dann effektiv einsetzen, wenn ein Raum mit Beamer (und möglichst Apple TV) sowie ausreichender WLAN-Abdeckung zur Verfügung steht. Beides ließ sich nicht ohne Schwierigkeiten verwirklichen, da die gut ausgestatteten Räume für die iPad-Klassen reserviert sind. Zudem musste der Wagen stets eher umständlich mit dem Fahrstuhl in das passende Stockwerk transportiert werden, da der Schule noch keine mobile Kofferlösung zur Verfügung stand. Eine weitere Klippe stellte teilweise die Internetnutzung dar, da einige Schüler mehr als einmal ihre Zugangsdaten für den Proxy-Server der Schule vergaßen.

Nachdem sich schließlich die Routine einstellte, war das Arbeiten mit den iPads im normalen Klassenzimmer m. E. sehr flexibel und effektiv und bot dadurch wie schon an anderer Stelle beschrieben Vorteile gegenüber dem eher starren Unterricht im Computerraum.

Ein Nachteil gegenüber dem Computerraum allerdings war, dass die iPads keine Multi-User-Funktion bieten, so dass darauf geachtet werden musste, dass jeder Schüler stets das gleiche Gerät bekam. Um Datenverlust vorzubeugen wurde die Lernplattform Showbie eingesetzt, wo die Schüler Ihre Ergebnisse einreichen und zwischen speichern konnten. Showbie ermöglicht es dem Lehrer zudem, die eingereichten Arbeiten einzusehen und zu bewerten.

Seit dem zweiten Halbjahr stand die Classroom-App zur Verfügung, mit der die Geräte der Schüler eingesehen, gesperrt und navigiert werden können. Diese erleichterte und beschleunigte die Unterrichtsarbeit zusätzlich.

Einsatz der Classroom-App

Einsatz der Classroom-App

Textverarbeitung

Mit dem Pages steht auf (neueren) iPads eine kostenlose Software zur Verfügung, die alle grundlegenden Anforderungen erfüllt. Dennoch ist das Arbeiten mit der mobilen Variante vergleichsweise mühsam und grundlegende Funktionen (z. B. das Speichern und nachträgliche Anpassen von Formatvorlagen) stehen im Gegensatz zum Desktop-Pendant nicht zur Verfügung. Dennoch arbeiteten die Schüler sehr motiviert, eigneten sich rasch die nötigen Kenntnisse über Texteigenschaften, Schriftarten und Grafiken an und setzen diese in kreative Lösungen um.

Präsentationen

Keynote ist eine Präsentationssoftware, die de Desktop-Variante in wenig nachsteht und sogar Funktionen bietet, die man auf "richtigen" Computern schmerzhaft vermisst (z. B. Bildmasken und Transparenz). Schön gestaltete Folienvorlagen und intuitive Benutzerführung erleichterten das Arbeiten zusätzlich, so dass die Schüler qualitativ hochwertige Präsentationen erstellten und einreichten. Der Computerraum wurde nicht vermisst.

Graphische Programmierung

Zum erweiterten Umgang mit Graphiken und zur Vertiefung objektorientierter Begriffe (Klasse, Objekt, Attribut, Methode) wurde mit der Programmierumgebung Hopscotch gearbeitet, mit der sich per Drag und Drop Grundlagen der Programmierung anwenden und durchaus komplexe Applikationen erstellen lassen. Begeistert arbeiteten die Schüler an eigenen Versionen der Spieleklassiker Crossy Road und Geometry Dash.

Trotz aller Hindernisse ließ sich der Informatikunterricht in der 6. Jahrgangsstufe gut gestalten. Einige Programme und Plattformen sucht man in der Form und Ausgereiftheit auf herkömmlichen Desktop-Betriebssystemen vergeblich. Das Fehlen grundlegender Funktionen (z. B. Multi-User-Support) erschwerten die Unterrichtsarbeit jedoch bisweilen.